Eduard Carp: Mann der ersten Stunde

Ohne Eduard Carp wäre die frühe Geschichte der Schifferbörse kaum denkbar. Der 1847 in Wesel geborene Jurist wirkte zunächst als Amtsrichter in Ruhrort und wechselte später in die Wirtschaft. Über Jahrzehnte war er eng mit Franz Haniel & Co. verbunden und übernahm zahlreiche Aufgaben im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben Ruhrorts. Schon bei den entscheidenden Beratungen über die Gründung der Schifferbörse spielte er eine zentrale Rolle. Am 6. September 1897 leitete Carp die Versammlung, in der sich die beteiligten Unternehmen einstimmig für die Errichtung einer Schifferbörse aussprachen und den späteren Standort am Denkmalsplatz befürworteten. Auch außerhalb der Schifferbörse prägte Carp Ruhrort. Eine Straße trägt bis heute seinen Namen.
1901 wurde Carp zum ersten Vorsitzenden des Börsenvorstandes gewählt. Bei der feierlichen Eröffnung am 31. Oktober bezeichnete er Kaiser Wilhelm II. als Freund und Förderer der Schifffahrt und äußerte den Wunsch nach einem kaiserlichen Besuch in Ruhrort. Nur acht Monate später ging dieser Wunsch in Erfüllung: Gemeinsam mit Franz Ott führte Carp das Kaiserpaar durch die Schifferbörse. Der Besuch machte die junge Institution weit über Ruhrort hinaus bekannt und unterstrich ihren Anspruch, das Zentrum der Rheinschifffahrt zu sein.