Über die Schifferbörse

Die Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort kann auf eine mehr als 125-jährige Geschichte zurückblicken. Seit ihrer Gründung im Jahr 1901 ist sie eine europaweit einzigartige Institution der Binnenschifffahrt. Heute ist sie ein lebendiges Forum für aktuelle Fragen des Wasserstraßenverkehrs.

Seit 2012 ist die Schifferbörse als eingetragener Verein organisiert und mit der Niederrheinischen IHK verbunden, welche die Geschäftsführung und Verwaltung übernimmt. Gemeinsam bilden IHK und Schifferbörse eine starke Plattform für die Belange der Binnenschifffahrt.

Zu den zentralen Aufgaben der Schifferbörse gehört die Förderung der Zusammenarbeit aller am Binnenschiffsverkehr beteiligten Gruppen. Reeder, Partikuliere, Verlader und Spediteure setzen sich gemeinsam für die Stärkung des Systems Wasserstraße ein und vertreten dessen Vorteile gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.

1901-2026: 125 Jahre Schifferbörse

Seit 1901 bringt die Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort die Menschen der Binnenschifffahrt zusammen. Aus einer Frachtenbörse im größten Binnenhafen der Welt ist ein Netzwerk entstanden, das die Branche verbindet und ihre Interessen vertritt. 2026 feiert die Schifferbörse ihr 125-jähriges Bestehen. Das Highlight des Jubiläumsjahres ist der Festakt im November. Ehrengast ist Hendrik Wüst MdL, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Impressionen weiterer Veranstaltungen und Einblicke in ihre Geschichte finden Sie auf unserer Jubiläumsseite.

Die Binnenschifffahrt stärken, aber wie?

Politisch wird die Binnenschifffahrt seit Jahren ausdrücklich unterstützt. In den Umschlagzahlen zeigt sich dies bislang jedoch kaum: Ihr Anteil am Güterverkehr in Deutschland liegt bei nur noch rund sieben Prozent. Dabei entlastet die Binnenschifffahrt Straßen, schont die Umwelt und verfügt weiterhin über freie Kapazitäten. Zwischen politischem Anspruch und tatsächlicher Entwicklung besteht daher eine deutliche Lücke.
Damit aus dem politischen Willen konkrete Transportzuwächse werden, sind verschiedene Ansatzpunkte von Finanzierung, über Planungsbeschleunigung bis zur Verankerung der Binnenschifffahrt in den Lehrplänen der Schulen entscheidend.

Infrastrukturmängel beseitigen

Die Wasserstraßeninfrastruktur in Deutschland ist vielerorts überaltert. Zahlreiche Schleusen und Wehre sind seit über 100 Jahren in Betrieb und erreichen das Ende ihrer Lebensdauer. Störungen und eingeschränkte Nutzbarkeit gefährden nicht nur die Zuverlässigkeit der Binnenschifffahrt, sondern auch die Versorgung von Industrie und Häfen.
Damit die Wasserstraßen dauerhaft leistungsfähig bleiben, braucht der Bund eine verlässliche Finanzierung. Für Erhalt und Modernisierung sind im Bundeshaushalt jährlich rund 2,5 Milliarden Euro erforderlich. Nur so können marode Schleusen und Wehre rechtzeitig ersetzt und die Infrastruktur zukunftsfest gemacht werden.

Innovationen fördern und Wissen verbreiten

Die Strukturen im Binnenschifffahrtsmarkt unterscheiden sich deutlich von denen anderer Verkehrsträger. Schiffe und Motoren werden über lange Zeiträume genutzt und häufig individuell gefertigt. Technische Modernisierungen erfolgen daher meist langsamer als beispielsweise im Straßenverkehr. Um Emissionen zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, sind praxisnahe Förderprogramme erforderlich, die Innovationen schneller in die Flotte bringen und die Weiterentwicklung der Antriebstechnik unterstützen.
Technischer Fortschritt entfaltet seine Wirkung jedoch nur mit dem entsprechenden Fachwissen. Deshalb sollte das System Wasserstraße stärker in Aus- und Weiterbildung verankert werden. Insbesondere in der Ausbildung von Kaufleuten für Spedition und Logistikdienstleistungen nimmt die Binnenschifffahrt bislang nur einen geringen Stellenwert ein. Angepasste Lerninhalte und gezielte Qualifizierungsangebote können dazu beitragen, die Potenziale der Wasserstraße besser zu nutzen.