Über die Schifferbörse

Die Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort blickt auf eine 125-jährige Geschichte zurück. Seit ihrer Gründung im Jahr 1901 ist sie eine europaweit einzigartige Institution im Schifffahrtsverkehr. Heute ist sie ein lebendiges Forum für aktuelle Fragen des Wasserstraßenverkehrs. Seit 2012 agiert sie als eingetragener Verein und ist mit der Niederrheinischen IHK verbunden, die Geschäftsführung und Verwaltung übernimmt. Gemeinsam bilden IHK und Schifferbörse eine starke Plattform für die Belange der Binnenschifffahrt.

Zentrale Aufgabe der Schifferbörse ist die Förderung der Zusammenarbeit aller am Binnenschiffsverkehr beteiligten Gruppen. Reeder, Partikuliere, Verlader und Spediteure setzen sich gemeinsam für die Stärkung des Systems Wasserstraße ein und vertreten dessen Vorteile gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.

Die Binnenschifffahrt stärken, aber wie?

Politisch wird die Binnenschifffahrt seit Jahren ausdrücklich unterstützt. In der Realität spiegelt sich dies jedoch nicht in den Umschlagzahlen wider: Der Anteil am Güterverkehr liegt in Deutschland bei nur noch rund neun Prozent. Dabei entlastet die Binnenschifffahrt Straßen, schont die Umwelt und verfügt weiterhin über freie Kapazitäten. Zwischen politischem Anspruch und tatsächlicher Entwicklung besteht daher eine deutliche Lücke.

Damit aus dem politischen Willen konkrete Transportzuwächse werden, sind verschiedene Ansatzpunkte entscheidend.

Infrastrukturmängel beseitigen

Die Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt hängt maßgeblich von der Zuverlässigkeit der Infrastruktur ab. Viele Schleusen- und Kanalbauwerke sind mehrere Jahrzehnte alt und sanierungsbedürftig. Anders als im Straßenverkehr kann der Ausfall einer Schleuse ganze Streckenabschnitte blockieren, da alternative Routen meist fehlen. Deshalb sind gezielte Investitionen in die Modernisierung und Instandhaltung der Anlagen unverzichtbar. Gleichzeitig muss die Befahrbarkeit der Flüsse angesichts zunehmender Extremwetterereignisse dauerhaft gesichert werden, um die Verlässlichkeit des Systems Wasserstraße langfristig zu gewährleisten.

Innovationen fördern und Wissen verbreiten

Die Strukturen im Binnenschifffahrtsmarkt unterscheiden sich deutlich von anderen Verkehrsträgern. Schiffe und Motoren werden über lange Zeiträume genutzt und häufig individuell gefertigt, sodass technische Modernisierungen langsamer erfolgen als etwa im Straßenverkehr. Um Emissionen zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, braucht es daher praxisnahe Förderprogramme, die Innovationen schneller in die Fläche bringen und die Antriebstechnik gezielt weiterentwickeln.

Technische Fortschritte wirken jedoch nur, wenn auch das entsprechende Fachwissen vorhanden ist. Deshalb sollte das System Wasserstraße stärker in Ausbildung und Weiterbildung verankert werden. Insbesondere in der Ausbildung von Kaufleuten für Spedition und Logistikdienstleistungen spielt die Binnenschifffahrt bislang eine untergeordnete Rolle. Angepasste Lerninhalte und gezielte Qualifizierungsangebote können dazu beitragen, das Potenzial der Wasserstraße besser zu erschließen.