Wiederaufbau und Neueröffnung der Schifferbörse
Als der Zweite Weltkrieg endete, lagen große Teile der Infrastruktur an Rhein und Ruhr in Trümmern. Auch die Schifferbörse hatte ihre frühere Wirkungsstätte verloren. Zugleich stand die Binnenschifffahrt vor der gewaltigen Aufgabe, die Versorgung der Bevölkerung und die wirtschaftliche Erholung Deutschlands zu unterstützen. Häfen, Verkehrswege und Handelsbeziehungen mussten neu aufgebaut werden. In dieser Situation gewann die Schifferbörse erneut als Treffpunkt und Interessenvertretung der Schifffahrt an Bedeutung. Gemeinsam mit Wirtschaft, Hafenbetrieben und Kammerorganisationen suchte sie nach Wegen, die Voraussetzungen für einen leistungsfähigen Schiffsverkehr am Rhein wiederherzustellen.
Bereits im Dezember 1947 kamen Vertreter der Schifferbörse, der Industrie- und Handelskammer sowie der Duisburg-Ruhrorter Häfen zu ersten Gesprächen über einen Neubau zusammen. Damit wurde deutlich, welchen Stellenwert die Institution weiterhin für die Region besaß. Im Juni 1948 beriefen die Beteiligten ein Preisgericht, das über die eingereichten Entwürfe entscheiden sollte. Den Zuschlag erhielt der Architekt Wilhelm Schmidt, der anschließend den Bau der neuen Schifferbörse verantwortete. Der Wiederaufbau zielte dabei nicht allein auf die Errichtung eines Gebäudes. Es ging darum, der Schifffahrtswirtschaft nach den Kriegsjahren wieder einen festen Ort für Austausch, Interessenvertretung und fachliche Zusammenarbeit zu geben.
Mit der feierlichen Einweihung am 28. Oktober 1952 fand dieses Vorhaben seinen Abschluss. Die neue Schifferbörse knüpfte bewusst an die Tradition der Vorkriegszeit an und wurde erneut zum Mittelpunkt einer Branche, die für den Wiederaufstieg des Wirtschaftsstandorts am Rhein von zentraler Bedeutung war. Zugleich stand das Gebäude für Optimismus und Zukunftsvertrauen in einer Zeit des Wiederaufbaus. Die Schifferbörse gewann in den folgenden Jahren wieder an Einfluss und festigte ihre Rolle als zentrale Institution der Binnenschifffahrt. Ihre Geschichte nach 1945 zeigt, wie eng die Entwicklung der Schifffahrt mit dem wirtschaftlichen Neubeginn in Duisburg-Ruhrort verbunden war