Mit der Neugründung des Schiedsgerichts im Jahr 2015 knüpfte die Schifferbörse an eine ihrer ältesten Traditionen an. Schon die Börsenordnung von 1901 sah ein Schiedsgericht vor, das Streitigkeiten im Fracht- und Schleppverkehr schnell und fachkundig lösen sollte. Von Beginn an gehörte die Streitschlichtung damit zu den zentralen Aufgaben der Schifferbörse.

Mehr als ein Jahrhundert später griff die Schifferbörse diesen Gedanken erneut auf und passte das Verfahren an die Anforderungen einer modernen Binnenschifffahrt an. Die Neugründung schuf einen zeitgemäßen Rahmen für die außergerichtliche Klärung von Konflikten und bot Unternehmen sowie Marktteilnehmern weiterhin eine praxisnahe und wirtschaftliche Alternative zu langwierigen Gerichtsverfahren.

Zugleich unterstrich die Neugründung die besondere Rolle der Schifferbörse innerhalb der Branche. Während sie einst vor allem für die Ordnung des Frachtenmarktes stand, entwickelte sie sich im Laufe der Jahrzehnte zunehmend zu einem Forum für Fachfragen und schifffahrtsrechtliche Themen. Mit dem Schiedsgericht griff sie eine Aufgabe auf, die seit 1901 eng mit ihrem Selbstverständnis verbunden ist: Rechtssicherheit und Verlässlichkeit für die Binnenschifffahrt zu fördern.