In den 1960er Jahren rückte die Zukunft der Schifferbörse zunehmend in den Fokus der Stadt Duisburg. Die Institution hatte sich längst gewandelt: Die Bedeutung der Frachtenvermittlung nahm ab, doch das traditionsreiche Gebäude blieb ein prägendes Symbol für Ruhrort und die Geschichte der Binnenschifffahrt.

1962 begannen erste konkrete Gespräche über einen möglichen Erwerb der Schifferbörse durch die Stadt Duisburg. Das Interesse ging dabei weit über das Gebäude selbst hinaus. Die Schifferbörse galt als Ort, an dem sich die Entwicklung des größten Binnenhafenstandorts Europas und die Geschichte der Rheinschifffahrt widerspiegelten. Zugleich wurde weiterhin über kulturelle Nachnutzungen diskutiert, darunter die Einrichtung eines Schifffahrtsmuseums.

Bis zu einem Verkauf sollten zwar noch viele Jahre vergehen. Die Überlegungen zeigen jedoch, welchen Stellenwert die Schifferbörse inzwischen für die Stadtgesellschaft erreicht hatte. Aus einem einstigen Handelsplatz für Frachtgeschäfte war ein bedeutendes Zeugnis der Ruhrorter Schifffahrtsgeschichte geworden, dessen Erhalt und künftige Nutzung zunehmend als öffentliche Aufgabe verstanden wurden.