Friedrich Wilhelm Haarmann: Für Freiheit und leistungsfähige Wasserstraße
Friedrich Wilhelm Haarmann steht für eine Phase, in der sich die Schifferbörse endgültig von der klassischen Frachtenbörse zu einer Interessenvertretung der Binnenschifffahrt wandelte. Als Vizepräsident der Niederrheinischen IHK und Vorsitzender der Schifferbörse repräsentierte er zugleich die enge Verbindung zwischen Kammer und Schifffahrtswirtschaft. Die öffentlich zugängliche Festschrift zum 100-jährigen Bestehen führt ihn in der Reihe der prägenden Vorsitzenden der Schifferbörse.
Besonders deutlich wurde sein Verständnis der Schifferbörse beim 75-jährigen Jubiläum 1976. Haarmann forderte dabei eine klare Verantwortung des Staates für leistungsfähige Verkehrswege: Wirtschaftliche Produktivität brauche die notwendige Infrastruktur. Zugleich verteidigte er die Freiheit der Rheinschifffahrt und damit einen Grundgedanken der Mannheimer Akte. Im selben Jahr erhielt die Schifferbörse eine neue Satzung. Sie definierte die Zusammenarbeit von Reedern, Partikulieren, Verladern und Spediteuren sowie die Vertretung ihrer gemeinsamen Interessen als zentrale Aufgabe. Haarmann steht damit für einen wichtigen Übergang: Aus einer Institution zur Ordnung des Frachtenmarktes wurde immer stärker eine gemeinsame Stimme für Binnenschifffahrt, Häfen und Wasserstraßen.